Die meisten Bau- und Wohnunternehmen haben kein klares System, um regelmäßig kaufkräftige Anfragen zu erhalten.
Und genau hier liegt das eigentliche Problem: Akquisemaßnahmen wie Empfehlungen, Anzeigen, Messen oder vereinzelte Social-Media-Posts – sind keine Strategie. Es sind isolierte Aktionen.
Empfehlungen funktionieren nur, solange bestehende Kunden aktiv weiterempfehlen. Doch Empfehlungen sind weder planbar noch skalierbar. Man hat keinen Einfluss auf Zeitpunkt, Menge oder Qualität der Anfragen. Außerdem kommen Empfehlungen in der Regel aus dem aktuellen Kundenumfeld. Wenn dein Unternehmen bisher vor allem preissensible Kunden angezogen hat, werden auch diese Kunden in ihrem Umfeld ähnliche, preisorientierte Auftraggeber weiterempfehlen – nicht plötzlich margenstarke Premiumkunden.
Zeitungsanzeigen oder Messeauftritte erzeugen kurzfristige Aufmerksamkeit, aber keine systematische Nachfrage. Sie sind teuer, wirken nur temporär und verpuffen schnell, wenn sie nicht in ein durchdachtes Gesamtkonzept eingebettet sind. Ein einzelner Social-Media-Post ohne klare Positionierung, ohne gezielte Ansprache der richtigen Zielgruppe und ohne strukturierte Nachverfolgung kann kaum Wirkung entfalten.
Das Kernproblem ist also nicht, dass „Marketing nicht funktioniert“. Das Kernproblem ist, dass kein zusammenhängendes System existiert.
Ohne klar definierte Zielgruppe bleibt die Ansprache unscharf. Ohne klare Positionierung entsteht kein Wiedererkennungswert. Ohne strukturierte Prozesse zur Kontaktaufnahme, Qualifizierung und Nachverfolgung gehen Interessenten verloren. Und ohne messbare Kennzahlen weiß niemand, was tatsächlich funktioniert – und was nicht.
Statt eines kontinuierlichen Stroms qualifizierter Anfragen entsteht so ein ständiges Auf und Ab:
Mal sind zu viele Projekte gleichzeitig in der Umsetzung, dann wieder zu wenige. Mal wird Personal aufgebaut, dann wieder Kurzarbeit diskutiert. Entscheidungen werden aus dem Bauch heraus getroffen – nicht auf Basis belastbarer Zahlen.
Die Folgen sind spürbar: eine niedrige Marge und überlastete Mitarbeiter, was zu Qualitätsverlusten, Reklamationen und Stress führt. Die Auftragslage bleibt unvorhersehbar, Investitionen und Personalplanung werden erschwert, während Konkurrenten zunehmend Marktanteile gewinnen. Gleichzeitig steigt der Preisdruck, und die Verhandlungsposition gegenüber Kunden und Lieferanten verschlechtert sich.
Kurz gesagt:
Ohne ein planbares System gerät das Unternehmen langfristig in den Krisenmodus – mit allen Risiken für Umsatz, Wachstum und die Existenz des Unternehmens.